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10 Milliarden Karten in einem Jahr – und trotzdem nicht genug

Pokemon Karten 2026 - 10 Milliarden Karten hat die Pokemon Company gedruckt. Eine große Anzahl

Zehn Milliarden. Das ist die Zahl, die The Pokémon Company heute veröffentlicht hat: 10 Milliarden Pokemon TCG Karten wurden zwischen März 2025 und März 2026 gedruckt – genug, um jeden Menschen auf der Erde 1,25 Karten zu geben. Der Lifetime-Gesamtstand liegt damit bei über 85 Milliarden Karten weltweit. Und trotzdem: Die Nachfrage übertrifft dieses Druckvolumen noch immer. Was diese Zahlen wirklich bedeuten, warum Pokémon Pocket offenbar der Auslöser des aktuellen Booms war und was die neue Druckfabrik ab 2028 für Sammler und Investoren bedeutet.

Die Zahlen in Kontext

Bevor man die 10-Milliarden-Zahl einordnen kann, braucht es die historische Perspektive. Die offiziellen Produktionszahlen von The Pokémon Company seit 2020:

Geschäftsjahr (bis März) Gesamtbestand Jahreswachstum
2026 über 85 Milliarden +10,0 Milliarden
2025 über 75 Milliarden +10,2 Milliarden
2024 über 64,8 Milliarden +11,9 Milliarden (Rekord)
2023 über 52,9 Milliarden +9,7 Milliarden
2022 über 43,2 Milliarden +9,1 Milliarden
2021 über 34,1 Milliarden +3,7 Milliarden

Vor 2019 produzierte Pokémon im Schnitt 1,5 bis 2 Milliarden Karten pro Jahr. 2021, 2022 und 2023 hat sich dieses Volumen verfünffacht. Und dann das Bemerkenswerte: Seit zwei Jahren in Folge liegt die Produktion bei nahezu exakt 10 Milliarden Karten.

Das ist keine Entscheidung – das ist eine Decke.

Warum die 10 Milliarden eine Produktionsgrenze sind, kein Ziel

The Pokémon Company hat bereits im Frühjahr 2025 offiziell bestätigt, dass man auf maximaler Kapazität druckt. Die Zahl von ~10 Milliarden reflektiert nicht den Bedarf, sondern das physische Maximum der aktuellen Druckkapazitäten. Man hätte mehr gedruckt, wenn es möglich gewesen wäre.

Mit den aktuellen Zahlen wurden mehr als 1 von 9 jemals gedruckten Pokemon-Karten im Geschäftsjahr 2025/2026 hergestellt – rund 11,76 % aller existierenden Karten stammen aus diesem einen Jahr. Gleichzeitig: Rund 50 % aller jemals gedruckten Pokemon-Karten stammen aus den letzten vier Jahren. Die Hälfte der gesamten 30-jährigen Druckgeschichte des TCG – in vier Jahren.

Pokémon Pocket: Der Auslöser des aktuellen Booms

Um zu verstehen, warum der Markt seit 2025 so brummt, muss man einen Schritt zurückgehen.

Im Oktober 2024 startete Pokémon TCG Pocket. Fünf Monate später, im März 2025, druckte TPCi bereits am Limit. Surging Sparks im November 2024 und Prismatic Evolutions im Januar 2025 waren sofort ausverkauft, und die Engpässe hielten seither an.

Was Pocket ausgelöst hat, ist nicht schwer zu erklären: Millionen Menschen, die das physische TCG nie gespielt oder lange nicht angefasst hatten, wurden durch die App wieder in die Welt der Pokémon-Karten gezogen. Ein Teil davon hat dann auch physische Produkte gekauft. Der Effekt war ein nachfrageseitiger Schock, den keine Druckerei der Welt in kurzer Zeit hätte ausgleichen können.

Pocket selbst generierte 1,25 Milliarden US-Dollar – und zog Gelegenheitsspieler an, deren Nachfrage nach physischen Karten seither anhält.

Die Druckfabrik, die alles ändern soll

Im Dezember 2025 gab Millennium Print Group – der Hauptdruckpartner von The Pokémon Company International – die Antwort auf die Engpässe bekannt: Eine neue Produktionsstätte von 1,27 Millionen Quadratfuß (ca. 118.000 m²), die größte US-Produktionsanmietung des Jahres 2025. Baubeginn 2026, geplante Inbetriebnahme: Ende 2028.

Was das in der Praxis bedeutet: Die Druckkapazität wird sich durch das neue Werk in etwa verdoppeln. Aus 10 Milliarden Karten pro Jahr könnten 18–20 Milliarden werden.

In der Community wird erwartet, dass sich der Markt ab 2028 stabilisiert – wenn das neue Werk online geht und die Überproduktion der letzten Jahre normalisiert wird. Bis dahin bleibt das Angebot strukturell knapp.

Was das für die Mega-Ära bedeutet: Kleine Sets als Strategie

Es ist kein Zufall, dass die englischen Mega-Ära-Sets seit Perfect Order deutlich kleiner sind als frühere Sets. Weniger einzigartige Karten bedeuten, dass mehr Druckkapazität auf die verbleibenden Karten konzentriert werden kann. Von einer Karte existieren mehr Exemplare – was theoretisch Verfügbarkeit verbessert.

Aus Sicht der Community ist das ein kluger Schachzug: Der durchschnittliche Sammler interessiert sich weniger für die Größe einer Kartenliste als dafür, dass er das Set tatsächlich kaufen kann. Das Ergebnis ist mehr Angebot pro Karte.

Für Collectors, die auf Chase Cards aus sind, hat das aber eine Kehrseite: Weniger Karten im Set bedeutet, dass die Jagd auf SIRs und Mega Hyper Rares intensiver wird – weil der Pool kleiner ist und mehr Leute auf dieselben Karten abzielen.

Was das für Investoren konkret bedeutet

Drei Schlussfolgerungen, die sich aus den heutigen Zahlen direkt ableiten lassen:

1. Engpässe sind strukturell, nicht temporär. Wer gehofft hat, dass die Knappheit bei populären Produkten in sechs Monaten vorbei ist: Das Druckwerk läuft am Limit. Das neue Werk ist frühestens Ende 2028 operational. Bis dahin bleibt das Angebot bei populären Sets und Produkten strukturell unter der Nachfrage.

2. Versiegelte Ware profitiert. Wer Displays oder Elite Trainer Boxen aus aktuellen Sets zum MSRP sichert, hält Produkte, deren Sekundärmarktwert von dieser Angebotsknappheit gestützt wird. Das ist kein Geheimtipp – es ist die direkte Konsequenz aus der Produktionsobergrenze.

3. 2028 als Wendepunkt im Blick behalten. Wenn die neue Fabrik operational wird, steigt das Angebot sprunghaft. Was das für Sekundärmarktpreise aktueller Sets bedeutet, ist noch nicht absehbar – aber Sammler und Investoren mit einem 3-Jahres-Horizont sollten das Datum kennen.

Die 30-Jahres-Perspektive

2026 ist das 30. Jubiläum des Pokémon TCG. Die heutigen Zahlen kommen als Teil des offiziellen Jubiläumsberichts: 85 Milliarden Karten und 515 Millionen verschickte Videospiele seit dem Launch. Wer sich fragt, ob das Franchise in einem stabilen oder schwindenden Markt operiert – die Produktionszahlen geben eine klare Antwort. Die Mega-Evolution-Äraist nicht das Ende eines Zyklus. Sie ist der Höhepunkt der bisher größten Nachfragewelle in der Geschichte des Spiels.

FAQ

Wie viele Pokémon TCG Karten wurden 2025 gedruckt? Von März 2025 bis März 2026 wurden laut offiziellem Bericht von The Pokémon Company rund 10 Milliarden Pokémon-Karten weltweit gedruckt. Der Lifetime-Gesamtstand liegt damit bei über 85 Milliarden Karten in 16 Sprachen und über 90 Ländern.

Warum gibt es trotzdem Engpässe, wenn so viele Karten gedruckt werden? Weil die Druckkapazität seit frühjahr 2025 am absoluten Maximum läuft. The Pokémon Company hat offiziell bestätigt, dass die Nachfrage die Produktionskapazität übertrifft. Der Auslöser war der Launch von Pokémon TCG Pocket im Oktober 2024 und der daraus folgende Boom für das physische TCG.

Wann wird sich die Verfügbarkeit von Pokémon Karten verbessern? Millennium Print Group, der Hauptdruckpartner von TPCi, baut aktuell ein neues Werk mit 1,27 Millionen Quadratfuß Fläche. Es soll Ende 2028 operational sein und die Kapazität in etwa verdoppeln. Eine strukturelle Verbesserung der Versorgungslage ist frühestens 2028/2029 zu erwarten.

Wie viele Pokémon-Karten gibt es insgesamt? Stand März 2026 wurden über 85 Milliarden Pokémon-Karten weltweit gedruckt – davon rund 50 % in den letzten vier Jahren allein.

Was bedeutet die Produktionskrise für den Wert von Pokemon-Karten? Strukturelle Knappheit bei gleichzeitig hoher Nachfrage stützt die Sekundärmarktpreise für populäre Produkte. Versiegelte Ware wie Displays und Elite Trainer Boxen aus gefragten Sets profitieren tendenziell von dieser Dynamik, solange das Angebot begrenzt bleibt.